ERFAHRUNGEN
DES IDEA
Mit
den Völkern der Guarani und Tupinikim in Brasilien (Schulbildung
von Kindern)
Seit
1995 kooperiert das IDEA im Rahmen eines Programms zur Ausbildung indigener
Grundschullehrer. Auf Wunsch der Häuptlinge der Guarani und der Tupinikim
hat das IDEA mit einer Ermittlung der Bildungsbedürfnisse der beiden
im Bundesstaat Espirito Santo (Brasilien) lebenden Volksgruppen begonnen.
Diese Beurteilung führte zur Erarbeitung eines Ausbildungsprogramms
für erwachsene Ausbilder, an der insbesondere die Führer der
Kommunen und die Häuptlinge beteiligt waren. Im Laufe dieser Ausbildungen
wurden sich die Kommunen der Rolle der Schulbildung bewusst. Sie haben
also die Hilfe des IDEA beantragt, um indianische Grundschullehrer auszubilden,
um die nicht-indianischen Lehrer zu ersetzen, die in den Schulen ihrer
Kommunen arbeiten. So wurde mit den Kommunen ein Curriculum für die
Ausbildung indianischer Grundschullehrer erarbeitet, dessen wesentliche
Merkmale die Zweisprachigkeit und der interkulturelle und interdisziplinäre
Ansatz sind.
In
der drei Jahre dauernden Ausbildung wechselten sich intensive Perioden,
die alle zwei Monate stattfanden, und Ausbildung vor Ort ab. Nach Abschluss
dieser Ausbildung erhielten 35 indianische Grundschullehrer ein staatlich
anerkanntes Diplom und wurden offiziell als Lehrer in den Schulen der
Kommunen eingestellt. Dies war im Rahmen eines zweisprachigen, interkulturellen
und interdisziplinären Curriculums eine Premiere in Brasilien.
Nun
muss eine neue Etappe begonnen werden, damit die indianischen Grundschullehrer
eine Universitätsausbildung erhalten, die es ihnen ermöglicht,
den Bedürfnissen der Kommunen der Tupinikins und Guaranis noch besser
zu entsprechen und auf diese Weise die Schullaufbahn der Schüler
immer weiter auszudehnen. Derzeit sucht ein lokaler Partner, das Institut
für Forschung und Bildung (IPE), nach Wegen und Mitteln, um ein solches
Universitätsbildungsprogramm mit den brasilianischen Universitäten
umzusetzen.
Mit
der Organisation der „Obdachlosen“, Brasilien (Erwachsenenbildung)
Die
Bewegung Moradia (Obdachlose), mit über 1'300'000 Mitgliedern
in Brasilien, hat von 1992 bis 2002 mit dem IDEA über die Koordination
von Espírito Santo zusammengearbeitet. Ziel dieses Ausbildungsprogramms
war es, den Führern der Bewegung die Möglichkeit zu bieten,
sich Grundwissen anzueignen und die Fähigkeiten zu erwerben, die
sie für ihren Dialog mit den Staatsbehörden sowie in ihrem Kampf
gegen die sozialen Ungerechtigkeiten des Landes benötigen. Die Bewegung
hat mit Hilfe des IDEA eine halbjährlich erscheinende Zeitung veröffentlicht,
die dazu dient, über die Wohnungsgesetze zu informieren, über
die Aktivitäten und die Kämpfe der Bewegung und Informationen
zu Ausbildungsseminaren zu liefern.
Mit
Enfants du Monde und der Schweizer Kooperation, Niger (Erwachsenenbildung)
Die
Partner des IDEA in Niger sehen sich mehr als irgendwo sonst mit sozioökonomischen
Herausforderungen konfrontiert. Die (durch Enfants du Monde in Tahoua
und durch die Schweizer Kooperation in verschiedenen Zonen) geförderten
Grundbildungsprogramme gehen von diesen Bedürfnissen aus, um Wissen
und Fähigkeiten anzubieten, die diesen Bedürfnissen besser entsprechen.
Der Ansatz der TP gestattet es, sowohl diesen
speziellen Bedürfnissen zu entsprechen als auch gleichzeitig die
Voraussetzungen für den Erwerb allgemeinerer Kenntnisse und die Entwicklung
neuer Fähigkeiten bei den Lernenden zu schaffen. So wurde das Ausbildungscurriculum
mit einer breiten Beteiligung der Kommunen erarbeitet und versucht vorrangig
den Bedürfnissen im Rahmen der Verwaltung und der Organisation der
Gruppierungen zu entsprechen. Das Curriculum bietet ausserdem Kenntnisse
und Fähigkeiten in den Bereichen der Bio- und der Geowissenschaften
und der Sozialwissenschaften, die zum Beispiel die Gesundheit, die politische
Organisation des Landes, die Menschenrechte, den Umgang mit Konflikten
betreffen.
Mit
allen in der TP geschulten Ausbildern
Jedes Jahr im September
organisiert das IDEA in Zusammenarbeit mit den Professoren der Universität
Genf und den Mitarbeitern des Genfer Departements für Bildung (DIP)
in Genf ein Seminar zur Didaktik der Disziplinen. Im September 2006 fand
dieses Seminar in etwas anderer Form statt. Es versammelte etwa ein Dutzend
Ausbilder aus Lateinamerika und Afrika, die in den drei Jahren zuvor eine
Ausbildung in Textpädagogik absolviert
und eine Befähigung erhalten haben. Ziel dieses Seminars, in dessen
Verlauf die Forschungen jedes einzelnen Ausbilders vorgestellt wurden, war
es, den Austausch unter den Ausbildern zu fördern und auf diese Weise
die theoretischen und praktischen Beiträge aufgrund der Erfahrungen
vor Ort zu vertiefen. François Audigier und Matthias Marshal, beide
Professoren der Universität von Genf, haben dort ebenfalls die Ergebnisse
ihrer aktuellen Forschungen im Bereich der Sozial- und der Bürgerkunde
und dem Prozess des Erwerbs einer zweiten bzw. einer Fremdsprache vorgestellt.
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