Geschichte des Projektes

 

 

Alles begann im Jahr 2002 in einem Gespräch Joana Abriels, einer ehrenamtlichen Helferin bei Enfants du Monde, mit Yannick Cochand , dem Verantwortlichen für das Jugendprogramm der Vereinigung…

 

… Die in den Ländern des Südens tätigen Kinderhilfsorganisationen müssen sich täglich mit den Auswirkungen der Armut auf das Leben der Kinder auseinandersetzen, um den Kindern durch die Hilfsprojekte eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Wie sehen jedoch die Kinder selbst ihre Situation? Welche Vorstellungen haben sie zu ihrem Lebensumfeld? Welches sind ihre Träume für die Zukunft? …

 

Diese Fragen ohne Antwort brachten uns zu der Idee, den Kindern, sowohl des Nordens als auch des Südens, das Wort zu geben...

 

 

So erblickte das Projekt "Kindersichten" das Licht der Welt: Mehr als 100 Kinder von der Schweiz über Bolivien und Burkina Faso bis hin nach Bangladesch werden unter Anleitung von Helfern und lokalen Partnerorganisationen von Enfants du Monde darum gebeten, ihre Vorstellungen zu Reichtum, Armut und zur Zukunft mit einer Fotografie und einer kurzen Erläuterung auszudrücken.

 

Der erste Versuch startet 2002 in der kleinen Gemeinde Santa Marta in El Salvador. Joana, ihr Fotoapparat und eine Handvoll Kinder. Die Fotos werden entwickelt und in einem Klassenzimmer ausgestellt… Kaum hat Joana jedoch den Rücken gekehrt, hängen die Kinder die Bilder ab und nehmen sie mit nach Hause!

 

Ein zweiter Versuch 2003 in El Salvador verläuft erfolgreich. Die Bilder werden eingesammelt und ihre Qualität bestärkt Enfants du Monde darin, das Projekt in weiteren Ländern und sozialen Milieus fortzuführen. Die Workshops finden in La Paz in Bolivien statt, bei Maya-Gemeinden im Hochland Guatemalas, in Bergdörfern im Zanskar in Indien, in einem Slum von Dhaka in Bangladesch, im Busch in der Nähe des Ortes Saponé in Burkina Faso, auf der Insel Sakatia in Madagaskar, mitten im Indischen Ozean sowie in Städten und ländlichen Gebieten der Schweiz.

 

 

Im September 2006 hat Enfants du Monde bereits 300 Fotografien und Begleittexte von 103 Kindern… Abhängig von ihrem Lebensumfeld offenbaren die von den Kindern gewählten Motive oft unerwartete Vorstellungen zu Reichtum, Armut und Zukunft - Sichtweisen, die uns dazu anregen, unsere eigenen Werte zu hinterfragen. Diese überaus reichhaltigen Anregungen führten Enfants du Monde dazu, die Ausstellung "Kindersichten" zu entwickeln und somit der Öffentlichkeit die umfangreiche Arbeit der Kinder zugänglich zu machen.

 

 

Die Auswahl der Bilder erfolgte durch eine Jury aus 22 Genfer Kindern im Quartierhaus Acacias: Sie konnten dabei die Bilder auswählen, "die ihnen am besten gefielen", "die sie überraschten und Fragen aufwerfen" und solche, "die die Themen Armut, Reichtum und Zukunft am besten veranschaulichen". Es wurden schliesslich 49 Fotos für die Ausstellung ausgewählt.

 

 

Sämtliche Fotos und Legenden sind in der Internet-Ausstellung zu sehen.

 

In Schulen in der Schweiz hat die vielfach durchgeführte Ausstellung stets grossen Erfolg. Deshalb hat Enfants du Monde das Lehrmaterial "Reich, arm, was heisst das?" für Schüler
von 9 bis 15 Jahren entwickelt.